Aktuelles

Angebote für pädagogische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Kindertagesstätten

Fallbesprechungstermine:

27.11.2017 9:00 bis 10:30 Uhr;05.12.2017 9:00 bis 10:30 Uhr;
14.12.2017 13:30 bis 15:00 Uhr;20.12.2017 14:30 bis 16:00 Uhr

Im Mehrgenerationenhaus und in der Lebensberatung Hermeskeil ist sexueller Missbrauch bei Kinder und Jugendlichen kein Tabuthema

Der Europarat hat beschlossen, den 18. November zu einem Tag in Europa zu machen, an dem überall auf das Problemfeld sexueller Missbrauch und sexuelle Ausbeutung von Kindern und Jugendlichen hingewiesen wird.

Das MGH Johanneshaus, das in Trägerschaft der Pfarrei ist, unterstützt zusammen mit der Lebensberatungsstelle Hermeskeil dieses Gedenken und berichtet, was seit 2010 an offener Auseinandersetzung mit diesem schwierigen Thema möglich war.

Sexuelle Gewalt ist für Mädchen und Jungen eine schwerwiegende Erfahrung, die die weitere Entwicklung erheblich belastet und sich ein ganzes Leben lang auswirken kann. Missbrauch kann überall da passieren wo Kinder und Jugendliche sind.

Ein guter Wille allein reicht nicht um Missbrauch zu verhindern, dashalb hat die Deutsche Bischofskonferenz schon 2010 eine Rahmenpräventionsordnung gegen sexuellen Missbrauch an Minderjährigen und erwachsenen Schutzbefohlenen für alle Bistümer erlassen. Zusätzlich gelten Leitlinien, die das Vorgehen bei sexuellem Missbrauch Minderjähriger durch Geistliche auch für andere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in kirchlichen Einrichtungen und Verbänden.

Ziel von jedem, der Prävention unterstützt, muss es sein sexuelle Gewalt schon im Vorfeld einer Straftat zu verhindern, oder sie dort, wo sie sich ereignet, schneller ans Licht zu bringen, um Betroffenen schneller helfen zu können.

Inzwischen ist die Prävention von sexuellem Missbrauch im MGH Johanneshaus und in der Pfarrei St. Franziskus in vielen Bereichen umgesetzt. Die bei uns tätigen Kirchlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wurden in den letzten Jahren im Bereich Prävention geschult. Sie wurden befähigt, sexuelle übergriffige Menschen zu konfrontieren. Sie werden für einen angemessenen Umgang mit Nähe und Distanz sensibilisiert. Diese Präventionsschulungen vor Ort wurden ven Mitarbeiterinnen der Lebensberatung Hermeskeil durchgeführt.

An die Lebensberatung Hermeskeil, eine Einrichtung des Bistums Trier, können sich auch die in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen tätigen Mitarbeiter bei Verdachtsmomenten wenden und professionelle Beratung holen, Klarheit gewinnen, wie sie als Eltern, Erzieherin/Erzieher, Lehrer oder Lehrerin, Seelsorgerin oder Seelsorger weiter vorgehen können.

Alle Engagierten im MGH Johanneshaus, die mit Kindern und Jugendlichen Kontakt haben, unterschreiben eine Erklärung, in der sie sich verpflichten,  dass sie alles in ihren Kräften Stehendes tun, dass keines der ihnen anvertrauten Kinder seelische, körperliche oder sexuelle Gewalt erleidet. Die Abgabe eines erweiterten Führungszeugnisses ist selbstverständliche Vorraussetzung der Tätigkeit.

Auch die Babysitter, Tagespflegekräfte und Freizeitbetreuerinnen und -betreuer in Züsch, haben in ihrer Schulung eine Einheit zur Prävention von sexuellem Missbrauch. Diese Schulungen werden durchgeführt in Kooperation mit der Lebensberatung Hermeskeil. Bestehende Netzwerke werden so genutzt und im Ernstfall kann schneller geholfen werden.

Unsere kirchliche Präventionsordnung sieht auch vor das in jedem Bereich in dem mit Kindern gearbeitet wird, eine Risiokoanalyse stattfindet, die abklopft, wo der Arbeitsbereich seine Stärken und Schwächen hat. Verhaltensregeln für ein achtsames Miteinander, Melde- und Beschwerdewege erarbeitet werden. Dies ist uns bleibendes Anliegen.

Bundesweit ist man sich in Politik und Kirche einig, dass der sexuelle Missbrauch gegenüber Kindern und Jugendlichen weiter bekämpft werden muss und dazu erste Schritte zur Stärkung von Kinderechten erfolgen müssen.

Deshalb unsere Einladung an alle, die diesen Bericht lesen, den Gedenktag als Anlass zu nehmen, die eigene Haltung einer krtitischen Reflexion zu unterziehen und zu fragen, wie ein Miteinander zugunsten des Kinderschutzes noch besser gefördert werden kann.

Kinder brauchen die Nähe und Geborgenheit ihrer Eltern, damit sie Nähe und Geborgenheit nicht bei anderen Menschen suchen müssen

Marita Krist, Leiterin der Lebensberatung Hermeskeil,
Christoph Eiffler, Leiter MGH Johanneshaus